Berlinische Galerie
Die Berlinische Galerie ist das Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur in Berlin. Sie sammelt, erforscht und präsentiert Kunstwerke, die seit 1870 in Berlin entstanden sind, und verbindet dabei den Fokus auf die lokale Kunst- und Kulturgeschichte mit einem internationalen Anspruch. Als zentrale Institution der Berliner Museumslandschaft dokumentiert die Berlinische Galerie die künstlerischen, gesellschaftlichen und architektonischen Entwicklungen der Stadt bis in die Gegenwart.
Seit dem Jahr 2004 befindet sich das Museum in der Alten Jakobstraße in Kreuzberg. Das heutige Museumsgebäude entstand durch den Umbau eines ehemaligen Senatsreserve-Glaslagers aus den 1960er Jahren und wurde für die Anforderungen des Ausstellungsbetriebs adaptiert. Nach mehr als 15 Jahren intensiver Nutzung stößt das Gebäude jedoch zunehmend an seine räumlichen und funktionalen Grenzen. Insbesondere die kontinuierlich wachsende Sammlung sowie die steigenden Anforderungen an Depotflächen, Arbeitsräume und öffentliche Nutzungen machen eine Erweiterung und bauliche Weiterentwicklung des Standorts erforderlich.
Das Projekt zur Erweiterung und Sanierung der Berlinischen Galerie sieht die Ergänzung des bestehenden Museumsgebäudes durch mehrere Neubauten vor. Diese dienen der Unterbringung erweiterter Depotflächen, der Verwaltung sowie eines Veranstaltungsgebäudes für die öffentlichen Nutzungen des Museums. Das Bestandsgebäude des ehemaligen Glaslagers wird im Zuge der Maßnahme energetisch saniert und weiterhin als zentraler Ausstellungsort genutzt. Durch diese funktionale Trennung werden die unterschiedlichen Nutzungsanforderungen des Museums klar strukturiert und räumlich optimiert.
Alle internen, das Museum unterstützenden Funktionen werden neu organisiert, um einen effizienten, langfristigen und zukunftsfähigen Betrieb zu gewährleisten. Ein besonderer Schwerpunkt der Planung liegt auf der Nachhaltigkeit sowie auf der Reduzierung der Betriebs- und Lebenszykluskosten. Insbesondere bei dem geplanten Depot-Neubau wird durch eine robuste Gebäudekonstruktion und Materialwahl und eine optimierte Grundrissorganisation der Einsatz technischer Anlagen auf das notwendige Maß reduziert. Bewusst gewählte Klimakorridore, passive bauphysikalische Strategien und klar zonierte Raumstrukturen tragen dazu bei, den Energiebedarf zu minimieren, Wartungsaufwand zu senken und zugleich stabile konservatorische Bedingungen für die Kunstwerke sicherzustellen.
Insgesamt verfolgt das Projekt das Ziel, die Berlinische Galerie baulich und funktional so weiterzuentwickeln, dass sie den zukünftigen Anforderungen an ein zeitgemäßes Landesmuseum gerecht wird und zugleich einen nachhaltigen, wirtschaftlichen und kunstgerechten Betrieb langfristig ermöglicht.